Was passiert mit dem Atommüll? Werden die Bürger dafür zahlen müssen?

Um die Kosten für die Aufbereitung und Lagerung aller radioaktiven Abfälle und den Rückbau der Kernkraftwerke zu decken, bildet Electrabel seit Jahren sogenannte „Kerntechnische Rückstellungen“.

Diese Rückstellungen werden vollständig von den Betreibern der Kernkraftwerke finanziert und von Synatom, einer staatlich kontrollierten Organisation, verwaltet. Electrabel wird als Kernkraftwerksbetreiber seiner Verantwortung in vollem Umfang gerecht. Die Rückstellungen für kerntechnische Anlagen beliefen sich Ende 2020 auf 14,1 Mrd. Euro. 

In Belgien ist die ONDRAF/NIRAS (Nationale Einrichtung für Radioaktive Abfälle und angereicherte Spaltmaterialien) mit ihrer Tochtergesellschaft Belgoprocess für die Entsorgung radioaktiver Abfälle aus Kernkraftwerken, industriellen und medizinischen Anwendungen sowie Forschungszentren zuständig. Belgische radioaktive Abfälle werden in den Anlagen von Belgoprocess in Dessel aufbereitet und gelagert. Die verbrauchten Brennelemente aus den belgischen Kernkraftwerken werden an unseren Standorten zwischengelagert, bis eine künftige politische Entscheidung zur Wiederaufbereitung oder Endlagerung getroffen wird.

Der Abfall aus der Atomstromerzeugung beträgt 0,5 kg pro Person und Jahr, das entspricht dem Volumen einer Getränkedose. Die hochradioaktive Variante beläuft sich auf 5 Gramm pro Person und Jahr, was einem Fingerhut entspricht. Kurzlebige Abfälle machen 90 % des Gesamtvolumens der radioaktiven Abfälle aus. Die ONDRAF/NIRAS hat für diese Abfälle eine langfristige Lösung entwickelt, bei der die Abfälle zunächst in Fässern mit Beton eingekapselt werden, die ihrerseits wiederum in Entsorgungsbehälter einbetoniert werden. Diese sogenannten Monolithen werden in einem dafür vorgesehenen Oberflächenspeicher dauerhaft gelagert. Für langlebiges hochradioaktives Material (1 % aller radioaktiven Abfälle in Belgien) und für langlebige schwach- und mittelaktive Abfälle (9 % des Gesamtvolumens) prüft die ONDRAF/NIRAS in Zusammenarbeit mit dem belgischen Kernforschungszentrum (SCK CEN) Lösungen für die geologische Endlagerung in tiefen, stabilen Tonschichten.

In Belgien ist die ONDRAF/NIRAS mit ihrer Tochtergesellschaft Belgoprocess für die Entsorgung radioaktiver Abfälle zuständig.

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