Bei der Stromproduktion in Kernkraftwerken wird, im Gegensatz zur Verbrennung von fossilen Brennstoffen in klassischen Kraftwerken, kein CO₂ freigesetzt. CO₂ ist ein Faktor, der für die Erwärmung unseres Planeten mit verantwortlich ist. In Belgien werden dank der Kernkraft jährlich 14 Millionen Tonnen weniger CO₂ freigesetzt. Das entspricht der Hälfte der durch Fahrzeuge verursachten Emission.

Derzeit wird weltweit 15 % der gesamten Stromproduktion durch Kernkraft erzeugt und dies spart auf der ganzen Welt ungefähr 2,1 Milliarden Tonnen CO₂ jährlich. In der Europäischen Union wird mithilfe von Kernkraft 675 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Wenn wir das ohne Kernkraft erreichen wollten, müssten wir alle Kraftfahrzeuge in Europa aus dem Verkehr ziehen.

Erneuerbare Energien und Kernkraft sind keine Konkurrenten. Ganz im Gegenteil. Bei beiden Energiearten wird wenig CO₂ freigesetzt und sie ergänzen sich gut. Erneuerbare Energien sind zwar wichtig, kann die heutige Stromnachfrage allerdings noch nicht decken. Der Grund ist einfach: es ist nicht rund um die Uhr Wind oder Sonneneinstrahlung vorhanden und die technischen Lösungen, um einen Überschuss an Wind- und Sonnenenergie zu speichern, sind noch nicht effektiv genug.

 

Was ist modulieren?

Wenn Belgien nicht genügend Wind- oder Sonnenenergie hat, kann mit Kernkraft gewährleistet werden, dass genug Strom auf dem belgischen Markt vorhanden ist. Kernkraftwerke gewährleisten somit die Stabilität und garantieren die Stromproduktion.

Das Überangebot an erneuerbarer Energie (an Tagen, an denen die Witterungsbedingungen ausgezeichnet sind) kann leider im Moment noch nicht gespeichert werden. Kernkraftwerke können ihre Leistung vorübergehend senken, um ein Überangebot – und somit negative Preise – zu verhindern. Das wird als modulieren bezeichnet.

Durch das Modulieren können erneuerbare Energie und Kernkraft einander ergänzen. In Belgien ist es seit 2012 zulässig, bestimmte Kernkraftwerke aus wirtschaftlichen Gründen zu modulieren. Die Sicherheitsbehörde (FANC) hat die dafür geltenden Bedingungen auf der Grundlage mehrerer Durchführbarkeitsstudien und technischen Erkenntnissen bestimmt.

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